Bei Gefahrguteinsätzen kommen Ortsfeuerwehren schnell an ihre Grenzen und es müssen rasch Spezialkräfte angefordert werden. Alle Tätigkeiten bis zum Eintreffen dieser Spezialkräfte wurden bei dieser Zugsübung trainiert. Zum Schluss wurde es aber noch explosiv!

Übungsannahme war, dass ein LKW-Fahrer selbstständig eine Leckage an seinem Gefahrgut-Transporter behoben hat, sich aber dabei verletzt und das Bewusstsein verloren hatte. In drei Gruppen aufgeteilt, wurde zuerst die Lage analysiert:

  • Um welchen Stoff handelt es sich und ist es zu einem Schadstoffaustritt gekommen?
  • Wie viele Menschen sind verletzt?
  • Wie groß und wie muss der Gefahrenbereich abgeriegelt werden?
  • Welche Vorsorge- bzw. Löschmaßnahmen sind zu setzen?

Diese und weitere Fragen wurden strukturiert erarbeitet. Dabei wurden die diversen Merkregeln wie „GAMS“ (Gefahr erkennen, Absichern, Menschenrettung, Spezialkräfte anfordern) und „3A“ (Abstand, Abschirmen, Aufenthaltsdauer) erläutert und beachtet.

Beim Schadstoff handelte es sich um hochkonzentrierte Essigsäure, welche ätzend und leicht entzündlich ist. Da diese nicht weiter austrat, das Tankfahrzeug keine Beschädigungen oder eine überhöhte Temperatur aufwies, bestand vorerst keine größere Gefahr für die Umwelt.

Anschließend wurde der eigentliche Einsatz abgearbeitet: es wurden Trupps mit Schutzstufe 2 Chemikalienschutzanzügen ausgestattet, eine Dekontaminationsstelle aufgebaut, sowie das Gelände weiträumig abgesperrt. Der Rettungstrupp nahm daraufhin umgehend eine Crash-Rettung des verletzten Fahrers vor. Dieser wurde anschließend abgewaschen, von seiner säuregetränkten Bekleidung befreit und an den (fiktiven) Rettungsdienst übergeben. Die geringe Menge ausgetretener Essigsäure wurden dann mit Löschwasser auf ein ungefährliches Maß verdünnt. Danach wurden auch die eingesetzten Feuerwehrkräfte dekontaminiert.

Im Anschluss an die Übungsnachbesprechung folgte ein spektakuläres und explosives Highlight: Um die Gefahr von Lithium-Akkus zu demonstrieren wurden mehrere mit einer Nagelpistole punktiert; Die anwesenden Feuerwehrkameraden konnten sich dadurch ein Bild vom Brandverlauf und den austretenden Stichflammen machen.

WICHTIG: Diese Brandversuche sind unter kontrollierten Umgebungsbedingungen mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt worden! Bitte nicht zu Hause nachmachen! Akkus (egal ob von Kinderspielzeug, Zahnbürsten, Smartphones oder E-Scootern,…) sind eine wachsende Gefahrenquelle und müssen mit Sorgfalt behandelt und richtig entsorgt werden.

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Einsatzkräfte

Mannschaft: 32 Mann, Übungsleiter Bm Andreas Gruber